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"People First!" -
Framing Information Society Discontents
In der Installation People First! werden die Videosequenzen von Science et Cité kartographischen Darstellungen des (globalen) Zustandes der Informationsgesellschaft gegenübergestellt. Dabei werden die Schwerpunkte der schweizerischen Debatte zum Stand der Informationsgesellschaft vor dem Hintergrund der weltweiten Zustände kontextualisiert und thematisiert. Die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zwischen der Informationsgesellschaft, wie sie sich in der Schweiz entwickelt und wie sie in ihrer globalen Ausgeprägung aussieht, werden erfahrbar.

Der globale Zustand der Informationsgesellschaft wird über die Visualisierung von verschiedenen Indikatoren fassbar gemacht. Die Weltkarten, die aufgrund dieser Indikatoren entstehen, sollen sowohl die Zustände in den einzelnen Weltregionen sichtbar machen, als auch die Probleme der Implementierung von Informationstechnologien und unterschiedliche (kulturelle) Umgangsweisen mit ihnen aufzeigen.

Die BesucherInnen können mittels einer Interaktionsfläche einen Indikatoren auswählen und so die Anzeige der Weltkarten steuern. Jeder aktivierte Indikator erzeugt eine andere gemorphte Darstellung der Welt und liefert ein anderes statistisches Profil des globalen Zustandes der Informationsgesellschaft.

Die Filmdokumentationen, die im Laufe der Foren von Science et Cité entstehen, werden zu Schwerpunktthemen zusammengefasst und sollen dem Besucher ermöglichen, verschiedene Positionen zu einem Thema zu erfahren. Ergänzend zu den Landkarten zeichnen die Filmdokumente indirekt ein zweites Abbild der Informationsgesellschaft, das spezifische Visionen, Probleme und Themen der Informationsgesellschaft in der Schweiz als Momentaufnahme umreisst.

Als direkten thematischen Rahmen und als Erweiterung für die digitalen Formate der Karten und Videos greift People First! auf der formal - aesthetischen Ebene, als Verbindung zwischen national und international, das humanitäre Engagement der Schweiz auf. Den "skulpturalen" Körper der Installation bildet ein Zelt, wie sie im humanitären Bereich zum Beispiel beim IKRK Verwendung finden. In die Seitenwände des (wenn möglich: ausgedienten) IKRK - Zeltes werden Leinwände eingenäht, die als Projektionsflächen für die Landkarten (und eventuell der Videos) dienen. Das IKRK - Zelt schafft auf eingängliche Weise einen formalen Bezug zum Thema "digital Divide" und bricht mit den technologischen Formen des Projektes. Die Verbindung mit Genf als "Machtzentrum der Entwicklungszusammenarbeit" kann nicht zuletzt auch als Appell an verantwortungsvolles Handeln im Umgang mit der Verteilung von technologischen Ressourcen, im Sinne einer humanitären Tradition der Schweiz, gelesen werden.

Im Vorfeld des World Summit on Information Society (WSIS) der UNO in Genf, organisiert die Stiftung Science et Cité in verschiedenen Schweizer Städten die Veranstaltungsreihe "In der Informationsgesellschaft leben". In Foren diskutieren die TeilnehmerInnen über die Rolle der Informationstechnologien in der Gesellschaft und wie diese sich auf die verschiedenen Lebensbereiche auswirken.

Die Filmdokumentationen der Themen und Fragestellungen, die in den Foren besprochen werden, sollen zeitgleich mit dem WSIS in einer installativen Arbeit im Bahnhof Genf zusammenfassend und erfahrbar die verschiedenen Positionen in der Schweizer Informationsgesellschaft sichtbar machen.

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#! Weltkarten

"Seit dem 16. Jahrhundert kennt man Atlanten als Sammlungen von Karten, Schaubildern und Grafiken, auf denen die Entdeckungen der Eroberer, die Umrisse der Kontinente und die Einflussbereiche der Territorialmächte *sichtbar wurden*. Geographie ist mithin nicht nur die Königsdisziplin der Strategen und Eroberer, sondern auch die Kunst, die Welt zu enthüllen, verborgene Tendenzen und verdeckte Veränderungen fassbar zu machen. Als - gleichsam zweidimensionales - Miniaturmodell erlauben es Atlanten, den Planeten zu *lesen*, sprich: auf dem Schachbrett der Welt die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Kräfteverhältnisse ... zu erkennen."

(Ignacio Ramonet, Atlas der Globalisierung, Le Monde Diplomatique)


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